Christines kleine Schreibstube


 

Kindermund

 Klein Erwin sitzt auf dem Töpfchen. Er ist ungefähr zwei Jahre alt. Mama zieht ihm das Hemdchen aus. Er betrachtet seinen nackten Körper und sieht den Bauchnabel. Er sagt:

 

"O, da ist ein, Löchlein, Mama stopfen."

 

 Er sieht die Wolken. Frage:

"Können die auch nicht runter fallen?"

 

 Klein Erwin früh 9 Uhr. Wo ist denn unser Vati? Mutti sagt: "Er ist noch im Nest." (Bett). Erwin:

"Im Nest bei den Vöglein?"

Dabei lächelt er ganz verschmitzt.

 

Mama macht sich ein Kamille Dampfbad für die Nase, legt eine Decke �ber den Kopf. Erwin:

"Nun isse  weg, die Mama."

 

 

Erwin zu Mama: "Bleibst Du noch ein bisschen?", "Ja, einen Moment," antwortet Mama. Erwin nach einer Weile:

"Ist der Moment noch da?"

 

 

Die Frau von nebenan  hat ein Baby. Klein-Erwin fragt den Vati:

"Trinkst du auch von dem Büstihalter?"

 

Der Vati holt Mutti und Erwin vom Bahnhof ab. Er fragt Erwin, wie ihm die Nordsee gefallen hat, das Wasser die Landschaft. Erwin:

"Da ist keine Landschaft, da gibt es nur eine Wirtschaft. Und die war prima."

 

Klein Erwin fragt: "Wo bin ich geboren?" Vati: "In Gross Gerau im Krankenhaus." Erwin:

"Nein, da wird man nicht gebort, da kommt man nur hin, wenn man weh, weh hat."

 

Beim Nachbarn wird das Haus verputzt. Klein Erwin beobachtet natürlich alles genau. Er sagt: "Die Männer schütten Säcke mit Mehl in die Rührmaschine."

Damit meint er den Gips, der in Tüten ist.

 

 Mama geht mit Klein-Erwin zum Zahnarzt. Im Wartezimmer beobachtet er eine Frau, die Ausländerin ist. Sie spricht gebrochen deutsch. Da  sagt Erwin zu Mama:

"die spricht so wie die "Kellerwohner" bei unserem Nachbarn."

 

Mama macht Knödel. Klein-Erwin will tüchtig helfen. Er sagt zu Mama:

"Du bist der "Sager" und ich mach die Knödel".

 

Mama, Papa und Klein-Erwin spielen Ball. Papa verliert den Ball und Erwin bestimmt:

"Du bist der Verlierer und ich der "Wonner." (d. h. der Gewinner)

 

Klein-Erwin  hat Kommunion. Dadurch erhält er einige Geldgeschenke. Fünf Mark davon  schenkt er seinem kleinen Bruder. Dieser kommt ganz aufgeregt zu Mama und sagt:

"Mama, Erwin hat mir fünf Mark ganz umsonst geschenkt."

Das war dem Bruder ganz neu, denn wenn er etwas von Erwin haben wollte, ging das nur im Tausch.

 

Später überlegen die Eltern, welches Gymnasium für Erwin richtig ist, ein humanistisches oder normales. Der kleinere Bruder bekommt das irgendwie mit und fragt:

"Wenn ich einmal Müllmann werde, muss ich da auch auf das Gymnasium?"

 

Der kleine Bruder, etwa 7 Jahre alt, hat in der 2. Schulklasse nachmittags  einen Grillnachmittag. Schon Tage vorher ist er ganz aufgeregt. Am besagten Tag (es sollte noch bis 12 Uhr Unterricht sein) geht er los, nur mit einer Tüte in der Hand, in der die Grillwürste sind. Mama, die noch im Bad beschäftigt war, ahnt etwas, als er fröhlich: "Tschüß" sagt.

Sie saust die Treppe hinunter und kann ihn gerade noch zurück halten, um ihm den Ranzen umzuhängen. Mamas Kommentar:

"Du denkst doch nur an die Grillwürste. Oder?"

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