jahresmix08


JAHRESMIX  2008

 

DEZEMBER

 

HAUCH DER WEIHNACHT

 

Habe einen Hauch verspürt

von dem Wunder dieser Zeit.

Menschen schenken dir ein Lächeln,

und auch du bist gern bereit,

 

etwas mehr dein Herz zu öffnen.

Warum denn nur in dieser Zeit?

Warum macht sich große Sehnsucht

in der Weihnachtszeit so breit?

 

© C.W.

 

NUSSKNACKERS FREUD

 

Liegt schon lange im Schrank.

Ganz steif seine Glieder.

Wann ist bloß die Zeit

der Weihnachtslieder?

 

So denkt er verträumt.

Hell wird’s plötzlich im Raum.

Heute erfüllt sich

der Nussknackertraum.

 

Ich seh ihn da liegen.

Er tut mir so leid.

Denke bei mir:

Jetzt ist Nussknackerzeit.

 

So nehm ich ihn raus.

Blick ins strenge Gesicht.

Doch kommt es mir vor,

seh in den Augen ein Licht.

 

Alt ist er schon.

Doch stramm steht er da.

Stolz sieht er aus,

mit dem schneeweißen Haar.

 

Hat erlebt weiße Weihnacht.

Sah Geschenke gepackt.

Gespannt zugesehen.

Viel Nüsse geknackt.

 

© C.W.

 

 

 

NOVEMBER

 

SIE SCHENKTEN MIR ENGEL

 

Ich traf sie schon im vorigen Jahr, zwei ältere Damen, die mich gleich freundlich anlächelten.  Da ich allein unterwegs war, setzte ich mich zu ihnen. Und so lernten wir uns kennen.

In der Stadt liefen sie mir auch öfters über den Weg.

Mal die eine,dann die andere, manchmal aber traf ich sie auch zu zweit.

Sie fielen mir durch ihre Freundlichkeit auf, und die Lebensfreude gefiel mir besonders an ihnen. Über Krankheit zu sprechen, war nicht ihr Thema..

Maria erzählte mir von einem Treff am Dienstag und ermunterte mich, doch auch zu kommen.

Und ich tat es. Tanzmusik im Kolpinghaus. Warum nicht?

Ich war überrascht, wie viel Senioren anwesend waren. Und viele tanzten auch.

Mein Platz war bei den zwei Damen, und ich wich nicht von ihrer Seite.

Manchmal erteilte ich einem Tänzer einen Korb. Das war mir zwar unangenehm, aber ich war  nicht zum Tanzen da.

Ich wollte einfach nur mit den zwei Bekannten Spaß haben.

Und den hatten wir auch.  Auch sie lieben die Schlager aus den sechziger Jahren. Josef spielte auch das Ischler- und das Salzburger Lied. Dann sangen wir kräftig mit.

Die Frauen erinnerten mich auch an meine liebe Oma, die sich in meiner frühen Kindheit um mich gekümmert hatte.  Sie war lebensbejahend und immer freundlich. Hatte für uns Kinder stets etwas Gutes. Darüber sprechen wir immer, wenn ich mich mit meinen Cousinen treffe.

So kommt es, dass ich die zwei älteren Damen  als Engelchen bezeichne, denn sie haben mir während meines alleinigen Aufenthalts in Gmunden viel Freude geschenkt.

Ganz besonders rührend fand ich die Abschiedsgeschenke, die sie mir machten.

Maria hatte einen wunderschönen weißen Engel mit Stern aus Schafmilchseife für mich, und Pepperl, so hieß auch meine Mutter, einen kleinen Porzellanengel.

Ich habe sie beide in mein Herz geschlossen.   

© C.W.

 

BALD....

 

Wenn Herbstlaub vergeht,

Dann brennen die Kerzen.

Das Bunt dieser Blätter

Erfreut still die Herzen.

Noch ist es ein wenig zu früh.

 

Bald brennen sie wieder,

erhellen das Dunkel.

Schau gern in die Flamme.

Träum’ beim Gefunkel.

Noch ist es ein wenig zu früh.

 

© C.W.

 

 

 

SO LEBE

 

Bald schmücken sie die Gräber.

Die Farben rot, gelb, weiß.

Ich liebe diese Blumen,

wenn die Natur wird leis.

 

Manch Mensch denkt an die Lieben,

die er bereits verloren.

Auch an sein eigenes Leben.

Man rechnet, wann geboren.....

 

Den Zeitpunkt keiner weiß.

Wann unser Ende naht.

Noch können wir uns freuen.

SO LEBE, heißt der Rat.

 

© C.W.

OKTOBER

 

ALTWEIBERSOMMER 

 

Bestes Wetter, Sonnenschein.

Altweibersommer muss es sein.

Viel alte Frauen sind zu sehen.

Freudig beim Spazieren gehen.

 

Haben einen Schirm dabei.

Fühlen sich damit wohl sicher.

Denn kommt einer zu nah ran,

folgt ein Schlag daneben, kicher....

 

Handtasch’ muss verteidigt werden.

Brauchen auch das liebe Geld.

Selbst für alte Weiber gibt es

nichts umsonst auf dieser Welt.

 

Dieser Schirm dient auch als Stütze.
Ja, er ist zu vielem nütze.
Wind hebt ab den Sonnenhut.
Das find ich nun gar nicht gut.

Lauf ihm doch nicht hinterher.
Nein, das fällt mir schon sehr schwer.
Schirm, er wird nun aufgespannt.
Halt ihn fest in meiner Hand.

Gute Laune hab' ich heut.
Der Altweibersommer freut.
Seh' mich schon zum Laden laufen.
Neuen Hut muss ich mir kaufen.

 

© C.W.

HERBSTVERFÜHRUNG

 

Blätter rieseln sanft herunter.

Schöne Deko finde ich.

Jacke, sie sucht einen Käufer,

will verführen dich und mich.

 

Brauchst du sie?

Fragt der Verstand.

Stoff befühlen

Will die Hand.

 

Dann greift sie das Preisschild an.

Kleiner Schock, sie lässt es fallen.

Wie die Blätter von dem Baum.

Nein, das kann ich nicht bezahlen.

 

© C.W.

 

 

LIEBLINGSFARBE

 

Maler Herbst liebt rote Farbe.

So gründlich kann nur er es machen.

Das kleinste Blatt vergisst er nicht.

Er macht nicht halbe Sachen.

 

Die Wand ist ihm gelungen.

Er ist ein fleißiger Mann.

Denn nach und nach da kommen

die Bäume alle dran.

 

© C.W.

SEPTEMBER

 

HERBSTANFANG

 

Der Herbst, meteorologisch

ist heut, man glaubt es kaum.

Langsam beginnt das Färben

an manchem Strauch und Baum.

 

Sie können nicht mehr warten.

Wollen ein buntes Kleid.

Doch erst am zweiundzwanzigsten,

da wäre es so weit.

 

So wechselt schon vereinzelt

ein Blatt sein Farbenkleid.

Ständig nur stets das Grüne,

mein Gott, ich hab’ es leid.

 

Will bunte Farben tragen,

lebe doch nicht mehr lang.

Wenn ich nur daran denke,

wird mir ganz angst und bang.

 

So will ich farbig tanzen.

Die schöne Herbsteszeit.

Fang ein die Sonnenstrahlen.

Bin schon dafür bereit.

© C.W.

PFIRSICHERNTE

 

Der Pfirsich, eine schöne Frucht,

Der Baum zum Brechen schwer.

So jedes Jahr, man glaubt es kaum.

Wo nimmt die Kraft er her?

 

Die Frucht, sie leuchtet in der Sonne.

Der Baum  ist voll damit.

Ihn zu betrachten eine Wonne.

Ein jeder nimmt paar mit.

 

So leuchten auch die Augen,

Es werden viel verschenkt.

Geht einer nur am Haus vorbei,

dort hin die Schritte lenkt.

© C.W.

DAHLIENHOCHZEIT

 

Heute ist sie die Königin.

Hat an ihr schönstes Kleid.

So viele Brautjungfern bei ihr.

Sie ist dazu bereit.

 

Nun muss nur noch die Sonne scheinen.

Erstrahlt im schönsten Licht.

Der Bräutigam ist nicht mehr weit.

Sieht in ihr lieb Gesicht.

 

Ist ganz entzückt von seiner Braut.

So zart, zerbrechlich, schön.

Wird sie bei Regen stets beschirmen.

Dicht neben ihr stets gehn. 

© C.W.

 

AUGUST

 

SOMMERERINNERUNG

 

Sonnenblumen, Stoppelfeld,

Gelb und gold’ne Sommerfarben.

Stets verändert sich das Bild

Wo sind nur die Roggengarben?

 

Früher sah man sie auf Feldern

lange in der Sonne stehn.

Heute ist ihr Weg ein anderer.

Körner gleich in Säcke gehn.

 

Ährenlesen, Kinderarbeit,

über Stoppeln täglich stelzen.

All das ist Vergangenheit.

Sehe mich im Stroh noch wälzen.

 

Stoppeln in der Sonne Glanz.

bringt Erinnerung zurück.

Waren sicher schwere Zeiten,

aber auch nicht ohne Glück.

 

© C.W.

 

SOMMERFREUDEN

 

Täglich eine Runde schwimmen.

Das sind Sommerfreuden pur.

Sorgen lassen wir stets draußen.

Hier im Schwimmbad, keine Spur.

 

Auch wir Alten haben Freude.

Gute Laune, hier zu Haus.

Kichern manchmal wie die Mädchen.

über manchen Augenschmaus.

 

Erfreuen uns am kühlen Nass.

Sommer hält uns Mädchen jung.

Danke allen, die mitwirken.

Danke für den Alltagsschwung.

 

© C.W.

 

WILL FLIEGEN....

 

Will fliegen wie ein Schmetterling,

und das schon früh am Morgen.

Vertrieben hat die Morgenluft

Mir Kummer und die Sorgen.

 

Ich schicke sie weit über’n See,

dem Winde übergeben.

Will einfach spüren gar kein Weh.

Soll mir die Stimmung heben.

 

Will fliegen wie ein Schmetterling

Mit Leichtigkeit dahin.

Nehm Fröhlichkeit im Herzen auf.

Das Schwere ist dahin.

 

C.W.

 

 

JULI

 

ALTE FREUNDSCHAFT

 

Lang schon kennen wir uns beide.

Haben Freud und Leid erlebt.

Können uns so viel erzählen,

was im Herzen uns bewegt.

 

Können aber auch laut lachen.

Herzhaft, wie zwei Junge sein.

Jeder fällt doch ab und zu

Wieder mal ein Blödsinn ein.

 

Keine braucht sich zu verstellen.

Das ist Leben, das gibt Kraft.

Kann ganz offen auch mal sagen:

„Heute bin ich arg geschafft.“

 

C.W.

 

 

SCHÖNE ZEIT

 

Es war ne schöne Zeit.

Die Sorgen waren weit.

Wenn sie erreichten meinen Ort,

ich schickte mit dem Wind sie fort.

 

Am Anfang war’s nicht leicht.

Stets haben sie erreicht

Mein Fühlen und mein Denken.

Sie ließen sich schlecht lenken.

 

So nach und nach gelang es mir,

Bedrückendes ich jetzt verlier.

Der neue Eindruck macht mich stark,

beim Wandern, Schauen, Gehn im Park....

 

Die Sorgen sollen schmelzen.

Nicht mehr das Nachts das Wälzen.

Die Sorg’ in Grenzen halten.

Ich lerne Hände falten.

 

C.W.

     EIN GLASERL WEIN

 

      Ein Glaserl Wein,

das muss mal sein.

Wird mir ein wenig wundergut.

Gibt auch ein wenig neuen Mut,

den ich so brauch zum Fröhlichsein.

Vergessen lässt, dass ich allein.

Hebt positives Denken.

Denk dran: ER wird’s schon lenken.

Es steigert Gottvertrauen.

Weiß, dass ich ständig kann drauf bauen.

Bin ich mal wieder unten,

lass mir ein Glaserl munden

 

C.W.

DER LETZTE APFELSTRUDEL

 

Fünf Euro kostet dieser Spaß.

Genieße ihn, er schmeckt so fein.

Viel Geld für diesen Apfelspaß,

denk ich, bevor ich beiß hinein.

 

Paar Gabeln voll, dann ist er weg.

Der wunderschöne Apfelfleck.

Dazwischen einen Schluck Kaffee.

Oh, Gaumenfreude, nicht vergeh.

 

C.W.

 

JUNI 

HAUCH VON GLÜCK

  

Ein zartes Lüftlein weht mir mild,
umschmeichelt meine Haut.
Mein Auge schweift stets hin und her.
Dankbar nach oben schaut.

Es sieht die Berge weiß bedeckt,
den silbrig, glänzend See.
Betrachte alles voller Freud.
Genieße den Kaffee.

Was braucht der Mensch zum Glücklichsein?
Die Frage stell’ ich mir.
Ich bin im Augenblick so froh.
Das wünsche ich auch Dir.

C.W.

 

 

DER VERLÄNGERTE

 

Sie nennen ihn VERLÄNGERTEN,

weil Wasser steht dabei.

Er hat schon was, ist ein Genuss,

versink’ in Träumerei.

 

Schau Leute, die vorübergehn.

Blick auf den See hinaus.

Vergess für eine kurze Zeit.

Was mich bedrückt zu Haus.

 

C.W.


DAS GEBET

 

Wünsche äußern, nicht verkehrt.

Oma, es den Kindern lehrt.

Zeigt, wie man zum VATER betet.

Frei und offen mit IHM redet.

 

Auch der Dank, er darf nicht fehlen.

Kinder lernen das Erzählen.

Lernen früh das Urvertrauen.

In der Not, stets auf IHN bauen.

 

Oma tat’s ein Leben lang,

und es ist ihr gar nicht bang.

Kinder werden sich erinnern,

an die Oma, ihr Gebet.

Wenn es ihnen schlecht ergeht. 

C.W.

 

GUTES ZEICHEN

 

Wenn man früh von Gott geweckt,

wenn danach das Frühstück schmeckt.

Ja, das ist ein gutes Zeichen.

Werde heut die Mauer streichen.

Kleinigkeiten kann ich tun.

Später wieder etwas ruhn.

Freu mich an dem sauberen Weiß.

„Gut gemacht,“ sag ich ganz leis.

Arbeit macht ganz sicher froh.

Und die Pause ebenso.

 

C.W.


ALT

 

Er geht mit Stöcken,

sie mit Schirm.

Beschwerlich ist das Gehen.

Sie lächeln sich gar freundlich zu.

Man spürt, hier gibt’s Verstehen.

 

So stützt sich jeder,

muss so sein.

Sie sind im Alter nicht allein.

Gehen zusammen Schritt für Schritt.

Die Liebe geht mit ihnen mit.

 

C.W

 

MAI

 

MAIENLÄUTEN

 

Ich höre zart ein leises Läuten.

Es ist jetzt Zeit, um aufzustehn.

Gar viele Glöckchen hör’ ich klingen.

„Hinaus ins Freie, wandern gehn.“

 

Das lass ich mir nicht zweimal sagen.

Der Maienruf schallt an mein Ohr.

Zieh meine Wanderschuhe an.

Komm mir dabei viel jünger vor....

 

© C.W.

 

TEESTUNDE

Komm zu einer Tasse Tee
Komm in meinen Rosengarten.
Werde heute Nachmittag
voller Freude auf dich warten.

Rosen werden uns umranken.
Tee belebt die Phantasie.
Traumhaft schön, so eine Stunde
vollgepackt mit Harmonie.

Rosenduft betäubt die Sinne.
Teeduft, er trägt dazu bei.
Herz macht kleine, zarte Sprünge.
Hebt uns ab vom Einerlei.

© C.W.

 

 

ZAUBER EINER ROSE

Hielt ihre Schönheit einfach nur fest.
Konnte es nicht unterlassen.
Wartete bis sie vollends erblüht.
Dann erst wollt’ ich sie erfassen.

Gloria, Rosenzauber im Garten.
Bald seh ich wieder dein seidenes Kleid.
Muss nur noch ein paar Monate warten.
Blätter sattgrün, schon länger bereit.

© C.W.

 

 

APRIL

 

DANKE

 

Manchmal fühl ich mich allein.

"Selber schuld", hör ich mich sagen.

Hast die Weichen so gestellt.

Musst dich deshalb nicht  beklagen.

 

Kannst doch machen, was du willst.

Ja, auch das hat seinen Preis.

Denk daran, wie gut dir’s geht.

"DANKE", sage ich ganz leis.

 

© C.W.

GENUSS

 

Ein Genuss ganz ohne Reue.

Heiß und süß, so muss er sein.

Nachtschwarz, eine edle Bohne,

Rinnt mir in die Kehle rein.

 

Schließe dabei meine Augen.

Noch viel größer der Genuss,

wenn ich spüre ringsum Leben.

Ja, es ist mir heut’ ein Muss,

 

über den Genuss zu schreiben

Gibt dem Herz ein wenig Schwung.

Und ich spüre, ist das herrlich,

einen Hauch Begeisterung.

 

© C.W.

LAUT UND LEISE.....

 

Manches Herz, es schreit nach Liebe.

Spricht davon und fordert laut.

Will sie spüren, diese Liebe.

Tüchtig auf die Pauke haut.

 

Andere Herzen sind ganz leise.

Schicken aus ein Lichtsignal.

Jeder macht’s auf seine Weise.

Komm versuch’s doch auch einmal.

 

© C.W.

 

ICH BIN DA.....

 

Warmer Wind bewegt die Äste.

Frühling ruft laut: ICH BIN DA.

Fenster werden aufgerissen.

Überall ne Menschenschar.

 

Dicke Jacke in den Schrank.

Sie hat ihren Dienst getan.

Jeder will hinaus ins Freie,

der ein wenig laufen kann.

 

© C.W.

MÄRZ

 

OSTEREI

 

Ich lasse mich von der Sonne verwöhnen.

Sie streichelt ganz sanft meine Haut.

Das richtige Maß für ein Wohlgefühl,

das mir so lang schon vertraut.

 

Die Augen sehen das satte Grün.

Sie wandern im Garten rund.

Erfreuen sich über das Blumenblühen.

Die Bäume so kraftvoll, gesund.

 

Das Osterfest steht schon bald vor der Tür.

Die Eier sind immer noch weiß.

Beeile dich, du lieber Osterhas.

Färb Eier auf mein Geheiß.

 

Der Regenbogen zeigt dir die Farben genau.

Du kennst sie bestimmt, wähle aus.

Leg allen, die sich darüber heut’ freun.

Ein buntes von mir an ihr Haus.

 

© C.W.

 

 

OSTERSTRAUSS


Ein Osterstrauß besonderer Art
hat heut’ mein Herz beglückt.
Der Frühlingstraum in weiß und gelb.
Er wurd’ im Feld gepflückt.

Ein liebes Händchen reicht ihn mir
mit glänzend Äugelein.
Das Kind, so lieblich und so zart.
Es wollte mich erfreun.

© C.W.

 

 

BALD...

 

Bald kann es Ostern werden.
Das Weidenkätzchen blüht.
Versteckte Ostereier
uns in den Garten zieht.

Das Suchen macht noch Spaß.
Die Eier traumhaft schön.
Zu schade zum Zerdeppern.
Ich will die Farben sehn.

Als Kind, da war das anders.
Vielleicht war Hunger bei.
Schlug ich doch alle Eier
und jede Farb’ entzwei.

Dann stopfte ich sie alle
so nach und nach hinein.
Entschuldigung muss gelten.
Ich war ja noch so klein.


© C.W.

 

KARFREITAG

Ein kleines Opfer will ich bringen
Am Leidenstag den Herrn.
Den Berg hinauf will ich mich quälen.
Früher tat ich das gern.

Doch heute geht’s nicht mehr so gut.
Den Grund erwähn ich nicht.
Es strengt schon an, so steil bergauf.
Man sieht’s im Angesicht.

Doch nichts dagegen ist mein Leid,
das Jesus musste tragen.
Er trug sein Kreuz ganz ohne Schuld.
Man hörte ihn nicht klagen.

So manche wollten rächen sich
An diesem braven Mann.
Es war Bestimmung, glaube ich.
Verstehen ich’s nicht kann.


C.W.

 

 

 

SUMPFDOTTERBLUMEN

Ein kleiner Bach murmelt gar leise
von Frühling, von Sonne und Wind.
Das hören die kleinen Blumen
und öffnen die Augen geschwind.

Sie blinzeln der Sonne entgegen
und strahlen mit ihr um die Wett.
Ihr Platz nur ihnen so eigen.
Sie lieben das sumpfige Bett.

Sumpfdotterblumen, ihr Name.
Das Dotter erinnert an Ei.
Wenn Ostern sich naht, kommen eilig,
die leuchtenden Sterne herbei.

© C.W.

GÄNSEBLÜMCHEN

Jetzt sprießen sie wieder.
Der Rasen getupft.
Ich mag sie,
die kleinen Gesichter.
Sie lieben die Sonne
genau so wie ich.
Ich nenne sie liebevoll LICHTER.

Gar oft tritt ein Fuß sie.
Kurz liegen sie flach.
Sie richten sich wieder auf.
Stehaufmännchen sind sie
mit liebem Gesicht.
Glaub mir, ich freue mich drauf.

© C.W.

 

 

EINFACH...

Einfach unter Leute gehen.
Findest öfter ein Verstehen.
Nicht in eigene Welt vergraben.
Das verdunkelt dir den Tag.
Tank des Lebens Licht in Fülle.
So verfliegt manch’ kleine Plag.

Erntest da und dort ein Lächeln.
Und so manchen Denkanstoß.
Hörst von andern oft ein Weh.
Bist zufrieden mit dem Los,
das für dich bestimmt im Leben.
Ach, es könnte Schlimmeres geben.

© C.W.

 

 

SCHNEEGLÖCKCHEN


Fand sie gestern bei Sonnenschein.
Ich glaube, sie läuten den Frühling ein.
Ein Meislein sang friedlich dazu.
Im Herzen verspürte ich Ruh.
Das sah ich im Garten der Träume.
Lief mehrmals hinaus,
dass ich nichts versäume.

C.W.

 

FEBRUAR 

 

FRÜHLINGSAHNEN

Hauswand leuchtet in der Sonne.
Wird mir gleich ganz froh ums Herz.
Kann doch nur noch besser werden.
Schaue dankbar himmelwärts.

Hör die erste Amsel singen.
Kater schleicht im Garten rum.
Will er auch das Liedchen hören?
Was geht ihm im Kopf herum?

Lenk ihn ab, geb ihm zu fressen.
Lausch der Amsel Liebessang.
Sucht vielleicht schon einen Partner.
Ach, es dauert nicht mehr lang.


C.W.

 

BLUMEN


Heute kaufe ich mir Blumen.
Januar ist mir zu grau.
Wünschte ihn mir etwas weißer.
So nach bunten Farben schau.

Werd im Blumenladen suchen
Farben gelb, rot, rosa blau.
Primeln leuchten mir entgegen.
Kann da widerstehen Frau?

C.W.

 

LICHTSIGNAL

Früh sah ich nur dunkles Grau.
Langsam heller, wieder blau.
Freuen sich nicht nur die Augen,
merke, wie sie fest sich saugen,
an ein wenig Farbe klar.
Sinne nehmen viel mehr wahr.
Schicke dir ein Lichtsignal.
Geht’s dir gut, dann lach doch mal.

C.W.

 

MENSCHSEIN

Denk nicht immer nur an dich.
Andern eine Freude machen.
Jemand helfen, wenn du kannst.
Ihn bringst wieder kurz zum Lachen.

Das ist eine gute Tat.
Kostet nichts, mach es mit Freuden.
Menschsein gibt dem Leben Sinn.
Zeit nicht nur mit "ICH" vergeuden.

C.W.


 

JANUAR 

NOCH EINMAL

 
Noch einmal schau ich die Lichter am Baum.
Erfreu mich an Kugeln und Kerzen.
Schau nach den Geschenken,
und denke dabei.
Sie kamen von liebenden Herzen.

Ein klein wenig Wehmut
Macht sich in mir breit,
wenn alles ich wieder entferne.
In Kisten und Kästen.
In Dosen, Kartons.
Ich hatte das Leuchten so gerne.

C.W.

PLAGE

Heute geht’s mir gar so schlecht.
Stimme weg, o je, o je.
Augen tränen, Nase läuft.
Kopf und Nacken tun mir weh.

Müde bin ich, kann nicht schlafen.
Fieber hab ich aber keins.
Kräutertee den ganzen Tag.
Essen schmeckt nicht, auch kein feins.

Lästiger Husten stellt sich ein.
Belle fast den ganzen Tag.
Weiß, dass es auch bald vorbei geht.
Diese Krankheit, eine Plag.

C.W.

 

 

 

HUNGRIG

Hungrig sind die vielen Schnäbel.
Streiten um ein Stückchen Brot.
Möwen sind geschickte Flieger,
haben sicher wenig Not.

Schnappen schon im Fliegen zu.
Schrein dabei ganz schrill.
Ob die andern auch was kriegen?
Nur, wenn ich das will.

Warte eine kleine Weile,
bis die Möwen fliegen fort.
Tauben, Spatzen, Enten, Schwäne.
Warten hier am Futterort.

C.W. 

  

GEGENSÄTZE

Gestern noch die Tanzschuh an.
Heut’ die Wanderschuh.
Zeigt des Lebens Möglichkeiten.
Zeigt, wo Lärm und zeigt wo Ruh.

Soll von jedem mir was geben.
So nur ist das Leben schön.
Heute werde ich bestimmt
Ein Stück Wanderweges gehn.

C.W.

 

GIERIG

Gestern war ich aber gierig.
Schäme mich ein wenig gar.
Fiel über den Kasten her.
Nur kein Schreck, er war nicht leer.

Ach die schönen Lauensteiner,
könn’ verführen, unsereiner.
Handgemacht sind die Pralinen,
die den breiten Hüften dienen.

Nehmt euch ruhig eine weg.
Habe sicher nichts dagegen.
Hat mir doch zur Heil’gen Nacht.
Christkind liebevoll gebracht.

C.W.

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